Tiefenorter auf Wolke sieben

Der Breitunger Daniel Messerschmidt (r.) kann Steven Ritz von der SG Tiefenort/Frauensee nicht mehr am Schuss hindern. Foto/2: Matz Der Breitunger Daniel Messerschmidt (r.) kann Steven Ritz von der SG Tiefenort/Frauensee nicht mehr am Schuss hindern. Foto/2: Matz
Von Gert Hellmann
Erkämpft, im wahrsten Sinne des Wortes, haben sich die Spieler der SG Tiefenort/Frauensee den Meistertitel im Hallenfußball der Südthüringer Region. Hingegen mussten sich die spielerisch besten Teams aus Ohrdruf und Dorndorf hinter Vizemeister Breitungen mit den Plätzen drei und vier begnügen.

Breitungen - Die Mannschaften aus Heldburg, Gleichamberg, Zella-Mehlis und die als Favorit gehandelte SG Dietzhausen/Dillstädt schieden bereits nach den Gruppenspielen aus.

Sehr schnell wurden bei dem sowohl auf dem Parkett als auch auf den Rängen von Leidenschaft und Emotionen begleiteten Turnier die unterschiedlichen Spielauffassungen deutlich. Letztlich setzte sich die stark von Taktik geprägte, robustere gegen die technisch anspruchsvollere durch: Die kampfstärksten, aber auch taktisch diszipliniertesten Mannschaften, Rot-Weiß Breitungen und die SG Tiefenort/Frauensee, bestritten das Finale, das Letztere 1:0 gewann.

Vor allem im Endspiel setzte die Tiefenorter Truppe von Trainer Steffen Prill ihre simple Taktik diszipliniert durch: Torwart Patrick Weber führte den Ball lange, um die Gegner aus der Deckung zu locken. Dem folgte sein meist langes Anspiel. Danach wurde vor des Gegners Tor geackert. Diese Taktik führte durch Benni Lemmers Treffer schnell zur Führung. Die Stärke der Tiefenorter lag jedoch in der kompakten Abwehrarbeit, in die sich jeder Spieler bedingungslos einbrachte. Trotz pausenloser Angriffe gelang es den Rot-Weißen von Trainer Heiko Wagner nicht, den Riegel zu knacken. Im Gegenteil, mit ihren Kontern forderten die Spieler aus dem Kali-Revier den Breitunger Torwart Christoph Müller mehmals sein ganzes Können ab. Glück für ihn und sein Team, dass Philipp Adler, mit 3 Turniertreffern bester Tiefenorter Torschütze, nur den Pfosten traf. Freilich hatten die Gelb-Schwarzen auch das nötige Glück. Im Gruppenspiel gegen Breitungen gelang Torwart Weber Sekunden vor Schluss ein klasse Anspiel auf David Wohlfahrt, der den Ausgleichstreffer zum 2:2 erzielte und damit den Einzug ins Halbfinale sicherte. In dem lagen die Tieforter gegen den FSV Ohrdruf nach einem Kontertor von Adler in Front, bis ein kapitaler Patzer von Weber zum Ausgleich führte. Den machte der Torwart beim fälligen Neunmeterschießen wieder wett, als er die Schüsse von Kästner und Maternowski parierte und nach Treffern seiner Mitspieler Steven Ritz, Wohlfahrt und Georg Narbei mit 3:2 beim Schießen vom Punkt den Finaleinzug sicherte.

Verständlicherweise ließen die Breitunger Spieler nach dem verlorenen Endspiel die Köpfe hängen. hatten sie sich doch mit enormen Ehrgeiz und Einsatz durchs Turnier gearbeitet. Das Team lebte von seinem geschlossenen Auftreten und dem besten Torwart des Turniers Christoph Müller, der nach dem 0:0 im Halbfinale gegen Dorndorf beim Neunmeterschießen die Schüsse von Boldt, Gabriel und Schmoranzer mit Glanzparaden meisterte und so seiner Mannschft den Einzug ins Finale ermöglichte. Auffälligster Feldspieler der Rot-Weißen war Marcel Willmann, der mit drei Toren auch der erfolgreichste Vollstrecker seines Teams war.

Die großen Verlierer der Finalrunde waren die Spieler aus Ohrdruf. Sie zelebrierten schnellen, attraktiven Hallenfußball, gewannen alle drei Gruppenspiele sicher und boten auch im Spiel um Platz drei gegen Dorndorf beim 3:2-Sieg noch einmal Fußballfeinkost. Eine Augenweide waren vor allem die Auftritte des kleinen, wieselflinken Guiseppe Lodado, der zu Recht als bester Turnierspieler geehrt wurde.

Die Dorndorfer Mannschaft war mit Siegen gegen Heldburg und Dietzhausen/Dillstädt stark ins Turnier gestartet. Dabei ließen die Spieler von Trainer Rainer Vogt den Ball geschickt durch ihre Reihen laufen. Vor allem Martin Krug, Ronny Boldt und Benjamin Gabriel, der mit fünf Treffern erfolgreichste Torschütze des Turniers, glänzten mit gelungenen Aktionen. Im Halbfinale gegen Breitungen war jedoch bei fast allen Dorndorfer Spielern ein Kräfteverschleiß unübersehbar. Im Spiel um Platz drei gegen Ohrdruf wurde das trotz der nur knappen 2:3-Niederlage noch deutlicher. Allerdings war zu diesem Zeitpunkt die Luft bei beiden Mannschaften raus.

Wesentlich beigetragen zur allgemein fairen Spielweise aller Mannschaften hat Schiedsrichter Marcel Kiesling. Der Wasunger hat gleich im ersten Spiel, Zella-Mehlis - Breitungen, drei Spieler des Gastgebervereins nach deren überharter Gangart mit Zeitstrafen belegt. Das hatte zweifellos abschreckende Wirkung für alle Folgebegegnungen. Beste Noten verdienten sich auch die Breitunger Ordner, die die überhitzten Gemüter einiger Fans aus Heldburg und Tiefenort mit ihrer Präsenz schnell wieder auf Normaltemperatur senkten.

 

SG Tiefenort/Frauensee: P. Weber, Lemmer (1), Wohlfahrt (1), Ritz (1), Hessel, Adler (3), Narbei, Börner, R. Weber

Breitungen: Müller; Döhrer, D. Messerschmidt (1), C. Messerschmidt, M. Leopold, Willmann (3), Raschke, Herrmann, Wagner (1), Wichert (1)

Ohrdruf: Merschel; Rassmann (1), Lodato (4), Maternowski (3), Schunke, Pfannstiel, Kästner (3), Dick, Merkel, Jüngling

Dorndorf: Kirschke; Kister (1), Gabriel (5), Boldt (1), Gimpel (1), Schmoranzer, Baumgardt, Krug, Schmidt

Heldburg: Steigmeier; Weigand, Bauer, Schmidt, Westhäuser, Krämer, Kreins, Clauss, Deckert

WSG Zella-Mehlis: Adolff; M. Waap, T. Waap, Behr, Walter, Schulz, Kessler, Sittig, Barthelmes

Gleichamberg: Popp; Kick, Hanf, Wiegler, Lindstaedt, Horn, Roth, Heinrich, Lockowandt, Gleicke

SG Dietzhausen/Dillstädt: Lipsius; Kliem, Verworner, Umlauft, Ettelt, Naujoks, Eschrich, Hofmann, Euler

 

Quelle: STZ- Südthüringer Zeitung