Tiefenort - Das Fazit einer überaus schwachen ersten Hälfte in der Fußball-Regionalklassenpartie im Kaffeetälchen lautete: Zwei schnelle Tore und dann 40 Minuten gähnende Langeweile. Dabei hätte es für die Gastgeber kaum besser beginnen können. Schon nach 50 Sekunden umspielte Hesse mit gekonntem Dribbling seinen Gegner und erzielte mit Flachschuss die Führung. Aber schon sechs Minuten später war dieser Vorsprung leichtfertig vergeben, als Adler einen überflüssigen Rückpass direkt in den Lauf von Michel legte, der sich diese Ausgleichschance nicht entgehen ließ. Danach stellten beide Teams das Fußballspielen komplett ein. Fehlpässe, Ballverluste, kein vorzeigbares Zusammenspiel, viele technische Fehler und reihenweise Missverständnisse sorgten dafür, dass im Abschnitt eins in keiner Phase Regionalklasseniveau erreicht wurde. Beide Strafräume waren Niemandsland und nur einige Standards ließen die Torhüter einen geruhsamen Nachmittag verbringen. Glück hatte in der 25. Minute Weber, als er nach missglückter Faustabwehr im Strafraum einen Gästespieler elfmeterreif umriss, der Schiedsrichter das Foul aber nicht ahndete. Die einzige nennenswerte Chance der harmlosen Gäste vergab Burckhardt, als er das Leder aus 30 Metern nicht nur über den herausgeeilten Weber, sondern auch weit über den leeren Kasten hob (34.). Auf der Gegenseite war Krugs Flanke, die er unbedrängt weit hinter das Tor zog, bezeichnend für Tiefenorts Ideenlosigkeit und Abschlussschwäche (38.). Nach dem Wechsel versprachen einige zielstrebiger aufgezogenen Angriffe der Gastgeber Besserung. Die setzten sich jetzt in der Mühlberger Hälfte fest und setzten deren wackeliges Abwehrgebilde unter Druck. Lämmer und Wohlfarth scheiterten noch knapp (49./53.). Dann aber holte Wohlfarth die Belohnung für das engagiertere Auftreten ab, als er nach Eckstoß die Kugel unbedrängt einköpfte. Zusätzlich brachte die Einwechslung Meyers, der für den verletzten Krug kam, noch einmal frischen Wind in die Tiefenorter Aktionen. Von den Gästen war weiterhin außer ein paar halbherzig vorgetragenen Entlastungsangriffen nichts mehr zu sehen. Tiefenort hatte die Partie im Griff, ohne dabei allerdings spielerisch überzeugen zu können. Da war höchstens Meyers schöne Einzelleistung, als er zwei Verteidiger umkurvte und mit Schuss ins kurze Eck das 3:1 besorgte, noch ein Highlight. Als die Gäste in der Schlussviertelstunde ihre Kräfte bündelten und so etwas Ähnliches wie ein Aufbäumen andeuteten, ergaben sich für die Gastgeber Freiräume. Bei konzentrierterer Ausnutzung dieser Konterchancen hätten sie für einiges entschädigen können. Aber sowohl Wolfram (80.), der zu eigensinnig war, als auch Hessel und Adler vetaten ihre Chancen. fd
Tiefenort: T. Weber; Krug (48. Meyer), Wohlfarth (86. Neumann), Ritz, Schmidt, Hessel, Adler, Narbej (86. R. Weber), Wolfram, Lämmer, Lotze.
Mühlberg: D. Armstroff; Ballenberger, Schmidt, Schuller, Burckhardt, Michel, Serring, Daniel, Lenz (60. Pabst), Schlupp, Kowalzyk.
Schiedsrichter: Bernhardt (Geisa).
Tore: 1:0 Hessel (1.), 1:1 Michel (7.), 2:1 Wohlfarth (57.), 3:1 Meyer (66.),
Zuschauer: 120
Quelle: STZ - Südthüringer Zeitung
www.fsv-kali-werra.de


